Ortsportrait
Geltendorf (Bayern) 


 

Die Gemeinde Geltendorf liegt in der Nähe des Ammersees im Herzen von Oberbayern. Sie besteht aus den Ortsteilen Geltendorf, Walleshausen, Kaltenberg sowie Hausen und gehört zum Landkreis Landsberg am Lech.

Überregional bekannt ist der Ortsteil Kaltenberg mit der "Schloßbrauerei Kaltenberg" sowie den jährlich stattfindenden Ritterturnieren.

Die Ortschaften liegen verkehrsmäßig sehr günstig: Ca. 5 km entfernt verläuft die Autobahn A96 München-Lindau, außerdem kreuzen sich die Bahnlinien Augsburg-Weilheim sowie München-Buchloe in Geltendorf. Seit 1972 ist Geltendorf Endstation der S-Bahn-Linie 4 des Münchner Verkehrsverbunds.

Nebenbei bemerkt: Auch in Oberschlesien (siehe andere Forschungen) gab es einen Ort namens "Geltendorf" im damaligen Kreis Grottkau.

Um Ihnen einen Eindruck von diesem Ort zu vermitteln, finden Sie folgende Informationen auf dieser Seite:

  • Geschichtliche Entwicklung des Ortes
  • Geschichte des Geltendorfer Bahnhofs
  • Geschichte des Kaltenberger Schlosses

 

Geschichtliche Entwicklung von Geltendorf

Der Name Geltendorf wird auf den Namen des germanischen Ortsgründers Gelto oder Geltolf zurückgeführt. Der Siedlungsform nach waren es Bajuwaren, die den Ort besiedelten. 
Erste Funde, die von einer Besiedelung des Gemeindegebiets zeugen, gehen auf die Zeit um 2000 v. Chr. zurück. Im Raume Geltendorf sind dies Hockergräber der Steinzeit und neun erhaltene Hügelgräber der Bronzezeit. Im Bereich Walleshausen weisen eine Geweihaxt, kleine Hufeisen und ganze Pferdegerippe in diese Zeit. Die römische Besatzung ab 15 v. Chr. berührte die Fluren der Orte. Die "Brennerstraße" führte von Augsburg über Egling, Wabern, Hausen und Geltendorf weiter in Richtung Partenkirchen.

Der erste urkundliche Nachweis stammt aus dem Jahr 969. Dies ist der Stiftungsbrief zu mehreren Anwesen des Bischofs Ulrich von Augsburg an das Nonnenkloster St. Stephan in Augsburg. In diesem Brief ist auch eine Eigenkirche für den Ort genannt. Später waren die Klöster Wessobrunn, St. Ulrich in Augsburg, Benediktbeuern und die "Edlen von Phlaundorf" Eigentümer im Ort. 
Geltendorf gehörte bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert zum Landgericht Landsberg. Erst mit der Gründung eines Landgerichts und einem Bezirksamt in Bruck an der Amper, dem heutigen Fürstenfeldbruck, kam es in einer "Gebietsreform" zur dortigen Verwaltung. Mit der Landkreis- und Gemeindegebietsreform 1972 kehrte Geltendorf sozusagen wieder nach Landsberg am Lech zurück.

 

 


Geltendorf 1944:
Oben der Bahnhof, unten links der Ortskern und 
unten rechts das Kloster St. Ottilien.

 


Geltendorf heute:
Dorfkern mit Kirche und Wirtshaus.

Geschichtliche des Geltendorfer Bahnhofs

Die Linie München - Buchloe bestand bereits seit 1872. Geltendorf selbst hatte an dieser Strecke noch keinen Bahnhof. Erst mit Bau der Ammerseebahn (Weilheim - Augsburg) im Jahre 1897 wurde in Geltendorf ein Bahnhof errichtet, der am 30.06.1898 offiziell von der Königlich-Bayerischen Staatseisenbahn eröffnet wurde. Ursprünglich war der Schienenverlauf von Kaltenberg über Geltendorf-Nord nach Türkenfeld geplant. Der heutige Standort im Süden von Geltendorf ist mehr dem Kloster St. Ottilien zu verdanken, die eine Ausladestation für das Baumaterial zur Errichtung der Klosterkirche benötigten. Bis zur offiziellen Eröffnung 1897 war dies der Hauptverwendungszweck.
In dieser Zeit entstehen auch die ersten Wohngebäude um den Bahnhof. Außerdem wurde heutige "Bahnhofstraße" errichtet, die den damaligen Ort Geltendorf mit dem ca. 2 km entfernten Bahnhof verband.  Erst nach und nach wurde dieses Gebiet entlang der für Geltendorf charakteristischen Straße besiedelt.

Im Laufe der Zeit fanden am Bahnhof immer Modernisierungen statt. In der Zeit von 1915-1921 wurden hierzu auch russische Kriegsgefangene eingesetzt, deren Lager sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof am Guggenberg (umgangssprachlich heute noch "Russenberg" genannt) befand.  

1972 erfolgt der Anschluss an den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund. Seit der Olympiade in München startet also eine S-Bahn-Linie aus Geltendorf.

 

Quellen: 
www.bahnhof-geltendorf.de und 
www.ammerseebahn.de


Alte Postkarte um 1900: 
Bahnhof von Geltendorf (im Hintergrund der heute trockengelegte Emminger Weiher) 

 


Alte Postkarte um 1900:
 Unten rechts der Bahnhof von Geltendorf mit dem Emminger Weiher. Im Mittelpunkt das Kloster St. Ottilien und im Hintergrund der Ammersee sowie die Alpen.

 

 

Geschichte des Kaltenberger Schlosses

1292 wird in Apians "Topographia Bavariae" erstmals eine alte Festung bzw. Burg erwähnt, die von dem Wittelsbacher Herzog Rudolph erbaut wurde. 
Nach einer Zerstörung im Jahr 1320 war das Gebäude bis 1420 ein Ruine, die dann als Schloss von einem Aristokraten aus Augsburg wieder aufgebaut wurde. 

1611 übernahmen Jesuiten das Schloss (als Ausgleich für Schulden), das während des 30-jährigen Krieges (1633) verwüstet wurde. 1781 wurde der Orden von Malta bis zur Säkularisation 1808 Eigentümer. 

Anfang des 19. Jahrhunderts wohnte der Maler Lorenzo Quaglio im Schloss. Sein Bruder Domenico war als Architekt für die Innenausstattung von Neuschwanstein verantwortlich. 

1870 wurde das Schloss im neugotischen Stil renoviert und eine Brauerei eingerichtet.

1955 kam das Schloss in den Besitz der Wittelsbacher, dem bayerischen Königshaus. Seit 1976 ist Prinz Luitpold, Urenkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III.,  Eigentümer des Schlosses und der Brauerei. 

Quelle: 
www.kaltenberg.de 

 

 

 

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