Ortsportrait
Körnitz (Oberschlesien) 


 

 

Körnitz gehörte bis 1945 zum (Land-) Kreis Neustadt (OS) und zum Bezirk Oppeln. 

1939 lebten in Körnitz 1.077 Menschen. 

Heute gehört Körnitz zum Landkreis Krappitz und heisst auf polnisch "Kornica". Anhand verschiedener Quellen versuche ich, Ihnen einen Eindruck von diesem Ort zu vermitteln.

Körnitz liegt ca. 30 Kilometer von Oppeln, 100 km von Breslau, 9 km von Krappitz und je 6 km von Oberglogau sowie Zabierzau entfernt (jeweils Luftlinie).

Nachfolgend finden Sie auf dieser Seite:

  • Historische Ortsbeschreibungen
  • Abstimmergebnis Oberschlesien 1921
  • Ortsbeschreibung aus der Internetseite der Verbandsgemeinde Krappitz
  • Bilder


Historische Ortsbeschreibungen:

Gerard Cellbrot: Die Sozialstruktur in den oberschlesischen Dörfern im Jahre 1819:

1783: 25 Bauern, 26 Gärtner, 9 Häusler
1819: 30 Bauern, 27 Gärtner, 15 Häusler

(Eine Beschreibung der Berufsbezeichnungen finden Sie hier - bitte klicken).

 

"Schlesisches Ortschaftsverzeichnis"
(7. Auflage von 1913)

KÖRNITZ, Dorf + Rittergut:
Kreis NEUSTADT 30 km;
Amtsgericht
ev. Kirchspiel
Eisenbahnstation OBERGLOGAU 7, Bahnhof 8 km;
Postbestellanstalt
kath. Kirchspiel KÖRNITZ (Bez. OPPELN)
Amtsbezirk
Standesamt SIEBENDORF
1039 + 165 Einwohner.

 

"Topografisches Handbuch von Oberschlesien" von Felix Triest (um 1870): 

Polizeibezirk Körnitz

Körnitz (1217 Carnici, d.h. Hennendorf), 4 Meilen von der Kreisstadt und 1 Meile in nordöstlicher Richtung von Ober-Glogau entfernt, an der Ober-Glogau-Krappitzer Straße, war von Alters her ein Klostergut, gelangte aber schon mit Dobrau an den Grafen Seherr-Thoß.

Das Rittergut mit den Vorwerken Czekay und dem nach der Seperation im Jahre 1826 erbauten Agnesenhof umfasst eine Feldmark von 2.614 Morgen Acker, 39 Morgen Wiese, 21 Morgen Hofraum und Garten, 8 Morgen Teiche und 49 Morgen Unland.
Bei mittelmäßigem Boden kann nur Roggen mit Sicherheit erbaut werden.
Der Viehstand beträgt: 34 Pferde, 91 Stück Rindvieh, 3200 Schafe und 8 Schweine. 
Das Dominium besitzt ein Rossmühlenwerk.

Das Dorf mit der Colonie Czekay zählt 32 Bauern, 15 Gärtner und 43 Häußler und hat eine Feldmark von 1.817 Morgen Acker und 400 Morgen Wiese und Garten. Der Boden ist ziemlich gut und können alle Getreide- und Fruchtgattungen angebaut werden.
Der Viehstand besteht in 81 Pferden, 300 Kühen, 80 Stück Jungvieh und 60 Schweinen.

Gewerbliche Anlagen: 4 Schmieden.

Die Stern betragen: 367 Thlr. Grund-, 47 Thlr. Klassen- und 20 Thlr. Gewerbesteuer. 

Das Dorf hat eine 1795 neu erbaute, früher der Mutterkirche Krappitz affiliirte, sei 1854 aber selbständig gewordene, unter fürstbischöflichem Patronat stehende katholische Pfarrkirche für 951 Parochianen und eine katholische Schule mit 2 Lehrern und 238 schulpflichtigen Kindern. Zur Schule gehören auch noch Neuhof und Reitersdorf.

Körnitz mit Agnesenhof - Gut und Kirchdorf
Civileinwohner
1855: 869
Civileinwohner
1861: 970, davon 963 Katholiken, 7 Evangelische
2 Kirchen und Schulen
3 öffentliche Gebäude
140 Privatwohnhäuser
5 gewerbliche Gebäude
119 landwirtschaftliche Gebäude 

 

 

Abstimmungsergebnis 1921 gemäss dem Versailler Vertrag
(Quelle: www.oberschlesien.de)

Wahlberechtigte:
Bewohner (eingeboren): 568
Bewohner (nicht eingeboren): 7
Eingeborene Nicht-Bewohner: 165
Gesamtanzahl Wahlberechtigte: 740

Abgegebene Stimmen: 712
- davon für den Anschluss an Polen: 189 (26,54%)
- davon für den Verbleib bei Deutschland: 519 (72,89%)
- davon ungültige Stimmen: 4


Internetseite der Verbandsgemeinde Krappitz über die Ortsgemeinde Körnitz 
(Stand: März 2003):

Körnitz: Scholze (Ortsvorsteher) Alfons Walczyk. 

Die Deutschen stellen hier die absolute Mehrheit dar. Der Ort wurde zuerst erwähnt 1217 als "Carnici".
Im Jahre 1339 erfolgt die Erwähnung als "Kornicz". Der Name kommt vom Ausdruck "Kora"  = Baumrinde. Die Kirche wurde hier zuerst erwähnt im Jahre 1433. Die jetzige Kirche wurde 1794/5 erbaut und 1851 umgebaut. In "Schlesische Topographie von 1845" wurde gleich hinter dem amtlichen Namen "Kornitz" der zweite Name des Ortes "Kurnica" angegeben. Der Ort hatte damals 667 Einwohner. Es gab hier 4 Vorwerke und 128 Häuser. Und die Statistik erwähnt 12 Händler, 1 Fleischer, 4 Schmiede und eine Wirtschaft.
Die heutige Gemeinde Körnitz umfasst die historische Kolonie Reitersdorf .
1845 zählte man hier 17 Häuser in denen 94 Personen lebten. 

Gegenwärtig befinden sich hier: ein  Kindergarten, eine Grundschule, ein Gesundheitszentrum, Post, Bibliothek, eine Bar, Feuerwehrstation und 3 Geschäfte.

 

Bilder von Körnitz:

Alte Postkarte um 1930: 
Links Reitersdorf, rechts Körnitz

 

Körnitz heute (ähnliche Position wie links): 
Links Reitersdorf, rechts Körnitz


Häuser gegenüber der Kirche
Katholische Kirche in Körnitz

 

 

 

 

 

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